Mittwoch, 9. Februar 2011

Ihr Lieben,
wenn wir hier schon dabei sind die Erinnerungen an Valentinas Gebutstag aufzuschreiben, möchte ich auch etwas dazu geben. Ich poste das hier und bei Iko.

Wir saßen also in der Kapelle und beteten, weil die Geburt scheinbar näher kam. Plötzlich verschwanden Ilo und auch Rapho, keiner von uns hätte es bemerkt, so gefangen waren wir noch von unserer Andacht und Andächtigkeit. Niemand wußte ja, wieviel Zeit Valentina gegeben sein würde, so war das Gebet, zumindest bei mir, geprägt von Freude und bitten für eine sanfte Geburt und für ein ruhiges Ende, falls der Liebe Gott es so vorgesehen haben sollte.
Plötzlich steckte Rapho seinen Kopf durch die Tür und rief uns zu: "Sie ist da!" und sauste hinter Ilo her zum MTH.
Wir haben noch einen Moment gezögert, ich denke die Frauen, Omsi und Tina haben die Kinder in die Obhut von Maiko und Edi gegeben, dann sind wir, Waldi, Tina, Omsi und ich, hinterher gefahren.
Es war stockfinster und es regnete. Als wir am Haus ankommen springt Omsi aus dem Wagen und pirscht sich vorsichtig durch die Küche ins Wohnzimmer, wo Ihr sie dann willkommen geheißen habt. Ihr wart gerade mit der Taufe fertig. Ich kam mir ziemlich blöd vor, draußen mit Tina und Waldi im Auto, im Regen, im Dunklen, kein Handyempfang... Merkwürdig. Bedrückend. Was ist mit Valentina? Was ist mit Euch? Ich bin doch extra hergekommen, um bei EUCH zu sein, in der frohen und ganz besonders in der traurigen Stunde!
Ich hab da gesessen und nachgedacht, es hat ne Weile gedauert, aber dann bin ich raus und ins Haus. Ich hab es in den letzten 40 Jahren jedesmal bereut, wenn ich in solchen schweren Stunden nicht da war. Das war bei meinem Freund Schorsch, bei Opapa, bei Omama, bei Walter K. und zuletzt bei Nona. Also rein in die Küche. Hier steht Omsi, beeindruckt und auch aufgeregt und erzählt, das es Valentina gut geht! Was für eine Erleichterung! Omsi und Ilo bitten, das man wartet bis Du liebe Iko, "decent" bist und im Bett liegst, dann dürfte man kommen und Valentinchen begrüßen. Gleichzeitig drückt mir Ilo die Pulle Champus in die Hand:" Machma auf!". Zuerst stolpere ich aber zurück zum Auto, Tina und Waldi holen. Dann nehme ich das grüne Holztablett und suche Gläser, verteile den Chamagner und gehe zu Euch. Ihr saht unbeschreiblich glücklich aus! K.O., blaß, verschwitzt, vielleicht mental ein bischen wackelig...
Valentinchen mit Mütze, die beiden Ärtze, die beiden Hebammen Nadine und Barbara, Tina, Rapho, Omsi, Waldi und Ilona!
Ilona sah sehr hübsch aus, so, als wäre ein Stein von ihrem Herzen gefallen, so rosig hab ich sie seit Weihnachten nicht gesehen!
Naja, wir haben dann Fotos gemacht, mit Euch, mit Valentina. Ihr habt uns eingeladen, die Süße Valentina auf den Arm zu nehmen, zu halten und einen Moment zu tragen. Zuerst hatte ich das Gefühl, ich sollte Valentina nicht damit belasten. Sie sollte in Euren Armen sein, jede kostbare Minute! Aber Ihr, Iko und Schu habt mich ermuntert sie zu nehmen, habt Euch ein Foto mit Onkel Maxi gewünscht. Also gut, dann sehr gerne! Eine Minute nur, aber eine gefühlte Stunde, durfte ich Dich, liebe Nichte halten und tragen. Hoffentlich war das Geräusch, das Du machtest Zustimmung.
Eine Minute, als Ersatz, als Trostpreis für eine ganze Lebenzeit... Wie kostbar ist ein Geschwisterkind doch, vor allem, wenn man selber keine hat!
Als ich Dich wieder in die Arme Deiner Mami legte hab ich mir fest vorgenommen, mehr für meine Neffen und Nichten und besonders für meine Patenkinder da zu sein!
Das verdanke ich Dir, Valentina!

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